Marianne Seger

Autor: Marianne Seger

 

 

 

 

Da es bei Halitosis verschiedene Formen gibt (echte Halitosis, Pseudohalitosis, Halitophobie), ist es besonders wichtig, zunächst zu klären, ob ein objektiv feststellbarer Geruch vorliegt oder nicht, bevor nach der eventuellen Geruchsquelle gesucht wird. Zur Messung des Mundgeruchs stehen verschiedene Methoden zur Verfügung:

Bei organoleptischen Methoden wird der Mundgeruch mit dem Geruchsinn beurteilt und Schweregrade mittels Geruchsintensität eingeteilt. Die gebräuchlichste Einteilung ist eine Wertung zwischen 0 und 5, wobei 0 nicht nachweisbaren und 5 extremen Mundgeruch bezeichnen.[1] Es gibt verschiedene Methoden, diese Untersuchung durchzuführen („Open mouth“-Methode, Zählmethode, „Ha-Ha-Ha“-Methode, Glasröhrchen- oder Trinkhalm-Methode). Der Vorteil dieser Methode ist, dass die Patienten wichtige Informationen über die Bewertung aus einer menschlichen Wahrnehmungsgrenze für Gerüche erhalten. Nachteilig ist, dass der Patient der „Nase“ des Untersuchers oft nicht vertraut. Gerade bei Pseudohalitosis ist es daher besser eine instrumentelle Diagnose zu wählen.

Instrumentelle Methoden dagegen versuchen, den Mundgeruch mit Hilfe von technischen Mitteln zu analysieren. Der von Tonzetich[2] entwickelte Gaschromatograf ist an einen flammenphozometrischen Detektor angeschlossen und kann so eine Anzahl an flüchtigen Sulfiden in der Atemluft des Patienten nachweisen. Dieses Gerät ist allerdings aufgrund der hohen Kosten und relativ komplizierten Bedienbarkeit nicht für den Praxisalltag geeignet. Hierfür wurden inzwischen kleinere Geräte entwickelt, die direkt am Behandlungsstuhl flüchtige Schwefelverbindungen messen können. Dazu gehört das Halimeter. Dieses Gerät saugt über einen Schlauch Luft an und führt sie zu einem elektrochemischen Gassensor, der innerhalb kürzester Zeit die Konzentration der flüchtigen Schwefelverbindungen im Atem misst. Die Einschränkung dieses Geräts liegt darin, dass es nicht zwischen den verschiedenen Sulfiden unterscheiden kann, so dass die Frage, ob es sich um orale oder nicht-orale Ursachen handelt, nicht geklärt werden kann. Außerdem ist die Korrelation der Ergebnisse des Halimeters mit denen der organoleptischen Methode meist schlecht, da Halitosis auch durch andere, schwefelfreie Verbindungen hervorgerufen werden kann. Eine Kombination beider Möglichkeiten ist also notwendig und kann wichtige Hinweise auf die Ursachen geben.

Eine weitere Möglichkeit sind biologische Diagnosetests wie ein einfacher Farbtest, bei welchem die Konzentrationen von niedermolekularen Aminen nach Ninhydrin-Farbreaktion mit Absorptionsspektroskopie gemessen werden.[3] Mit dem Benzoyl-DL-Argininnaphtylamid-Test (BANA, ein synthetisches Trypsinsubstrat) lassen sich gramnegative anaerobe Bakterien nachweisen, die im Zusammenhang mit Parodontalerkrankungen stehen.

[1] Rosenberg M., Kulkarni GV., Bosy A., MC Culloch CA.: Reproducibility and sensitivity of oral malodor measurements with a portable sulphide monitor. J. Dent Res 1991; 70: 1436-1440.
[2] Tonzetich J.: Direct gas chromatographic analysis of sulphur compounds in mouth air in man. Arch Oral Biol 1971; 58: 175-179.
[3] Iwanicka‐Grzegorek, E., et al. "Subjective patients’ opinion and evaluation of halitosis using halimeter and organoleptic scores." Oral diseases 11.s1 (2005): 86-88.